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Intralogistik-Roboter: welche Roboterklasse welche Lasten transportiert

Betriebsleiter und Facility Manager, die einen Intralogistik-Roboter suchen, stoßen schnell auf dasselbe Problem: Die Modellpalette reicht von kleinen Tabletop-Fahrzeugen bis zu schweren Industrieträgern — aber welches Gerät passt zu welcher Last, welcher Strecke, welcher Umgebung? Dieser Guide ordnet die verfügbaren Roboterklassen nach Traglast und Einsatzszenario und hilft bei der Vorauswahl.

Warum Traglast nicht das einzige Kriterium ist

Die Nutzlast eines Roboters ist der offensichtlichste Auswahlparameter. Aber er reicht allein nicht aus. Drei weitere Dimensionen bestimmen, ob ein Gerät im Betrieb funktioniert:

  • Streckentyp: Kurze Inhouse-Strecken auf einer Etage unterscheiden sich grundlegend von Mehretagentransporten mit Aufzugintegration.
  • Umgebung: Ein Gerät, das im Büro oder Hotelflur problemlos navigiert, kann in einer Lagerhalle mit Gabelstaplerverkehr ungeeignet sein — und umgekehrt.
  • Interaktionsmodus: Muss der Roboter an einer Station andocken, eine Schublade öffnen, einen Wagen aufnehmen oder nur eine flache Plattform bewegen?

Die Kombination dieser vier Faktoren (Last, Strecke, Umgebung, Interaktion) bestimmt die richtige Roboterklasse.

Klasse 1: Tabletop-Transport — kleine Lasten, strukturierte Umgebungen

Die unterste Lastklasse bewegt Gegenstände, die auf eine flache Plattform passen: Akten, Laborproben, Medikamente, Mahlzeiten, Büromaterial. Die Traglasten liegen typischerweise im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Kilogrammbereich.

Typisches Gerät: AutoXing JunoBot AX6113. Der JunoBot ist auf Tabletop-Transporte ausgelegt — er fährt autonom zu einem Zielort, wartet auf Entnahme und kehrt zurück. Einsatzbereiche sind Gastronomie, Bürogebäude, Arztpraxen und kleinere Hotelbetriebe. Für genauere Spezifikationen verweist SEBOTICS auf das offizielle Datenblatt, da sich Traglast und Abmessungen je nach Konfiguration unterscheiden.

Wann diese Klasse passt:
– Feste, wiederkehrende Transportrouten auf einer Etage
– Geringe Einzellast, aber hohe Transportfrequenz
– Umgebungen mit regulärem Personenverkehr (kein Schwerlastbereich)
– Saubere, glatte Böden ohne Rampen oder Schwellen

Grenzen: Keine Hebefunktion, keine Wagen- oder Palettenaufnahme. Ungeeignet für Außenbereiche oder stark frequentierte Logistikbereiche mit unregelmäßigem Verkehr.

Klasse 2: Wagen- und Behältertransport — mittlere Lasten bis ~200 kg

Diese Klasse adressiert den häufigsten Intralogistik-Bedarf in Gebäuden: das Bewegen von Wäschewagen, Reinigungswagen, Rollbehältern oder Versorgungswagen. Das Gewicht liegt im Bereich von einigen Dutzend bis etwa 200 kg.

Typisches Gerät: AutoXing Juno Lift. Der Juno Lift hat eine integrierte Hebemechanik, mit der er standardisierte Wagen unterfahren, anheben und autonom transportieren kann — ohne dass ein Mitarbeiter den Wagen physisch bewegen muss. Die angegebene Traglast liegt bei bis zu ~200 kg. Einsatzbereiche sind Hotels (Wäschelogistik, Roomservice-Wagen), Kliniken (Speisentransport, Sterilgut), und größere Bürokomplexe (Post- und Materialversorgung).

Was den Juno Lift von der Tabletop-Klasse unterscheidet:
– Autonome Aufnahme und Abgabe von Wagen (keine manuelle Andockhilfe nötig)
– Integration mit Aufzügen für Mehretagenbetrieb möglich
– Robustere Sensorik für belebtere Umgebungen

Wann diese Klasse passt:
– Standardisierte Wagen oder Rollcontainer im Betrieb vorhanden
– Mehretagen-Logistik mit Aufzugintegration erforderlich
– Betriebe mit hoher Transportfrequenz (z. B. 50+ Fahrten pro Tag)
– Ausreichend breite Gänge für das Fahrzeug plus Wagen

Grenzen: Die Wagen müssen kompatibel sein (Höhe und Unterfahrmaß). Unebene Böden oder Rampen mit starkem Gefälle können die Einsatzfähigkeit einschränken.

Klasse 3: Schwertransport — Lasten bis ~300 kg und mehr

Für die klassische Intralogistik in Lager, Produktion und Industrie gibt es Transportroboter, die Lasten auf Ebene der leichten bis mittleren Palettenklasse bewegen.

Typisches Gerät: T300 (Intralogistik, Traglast bis ~300 kg). Der T300 bewegt schwere Lasten autonom und ist für strukturierte Lager- und Produktionsumgebungen ausgelegt, in denen klare Fahrbahnen, definierte Aufnahme- und Abgabepunkte und ein beherrschbarer Mischbetrieb mit Personen oder Fahrzeugen gegeben sind.

Unterschiede zur mittleren Klasse:
– Höhere Nutzlast, stärkere Antriebe, robusteres Gehäuse
– Ausgelegt für Bodenkontakt mit Lastaufnahme (Schlitten, Träger) — kein Wagenunterlaufen
– Typischerweise für reine Logistik-/Produktionsumgebungen, nicht für Publikumsbereiche

Wann diese Klasse passt:
– Intralogistik in Lager, Fertigung oder Distributionszentren
– Lasten zwischen 150 und 300 kg pro Fahrt
– Definierte Fahrstrecken ohne spontanen Hindernisverkehr
– Kein Publikumsverkehr auf den Hauptrouten

Grenzen: Der T300 ist kein Gabelstapler-Ersatz und arbeitet nicht in Hochregal-Umgebungen. Für Palettentransport im klassischen Sinne (Heben auf Regalhöhe) sind spezielle AMR/AGV-Systeme anderer Klassen erforderlich.

Auswahl nach Streckentyp und Umgebung

Traglast und Geräteklasse allein reichen nicht. Die folgende Übersicht kombiniert Umgebungstyp mit passender Klasse:

Umgebung Typische Last Empfohlene Klasse Beispielgerät
Hotel / Büro / Praxis Kleingüter, Tabletts Tabletop JunoBot AX6113
Hotel / Klinik / Verwaltung Wagen, Wäsche, Mahlzeiten Wagen bis ~200 kg Juno Lift
Lager / Produktion Schwere Rollcontainer, Paletten bis ~300 kg T300
Mehrere Etagen Beliebig Jede Klasse mit Aufzugintegration Juno Lift (bestätigt)

Weitere Transportroboter aus der AutoXing Juno-Serie — darunter Juno Plus und Juno Max — decken zusätzliche Konfigurationen ab und lassen sich je nach Anforderungsprofil einordnen.

Infrastrukturvoraussetzungen — was oft unterschätzt wird

Autonome Transportroboter setzen eine vorbereitete Umgebung voraus. Wer diese Faktoren vor dem Piloten klärt, vermeidet Überraschungen:

Bodenqualität: Glatte, ebene Böden ohne tiefe Fugen oder lose Beläge. Rampen über 5–8 % Steigung sind für viele Modelle Ausschlusskriterium.

Gangbreiten: Jedes Gerät hat einen Mindestdurchfahrtsquerschnitt. Für Klasse-2-Geräte mit Wagen sind deutlich breitere Korridore nötig als für den reinen Roboterkörper.

Aufzugintegration: Mehretagen-Betrieb setzt eine technisch kompatible Aufzugsteuerung voraus. Nicht alle Aufzüge lassen sich ohne Umbau einbinden.

WLAN-Abdeckung: Autonome Roboter kommunizieren mit einem zentralen Fleet-Management-System. Lückenloses WLAN (idealerweise dediziertes Netz) ist Pflicht.

Kartierung: Vor dem Rollout wird die Betriebsumgebung kartiert. Bauliche Änderungen nach der Kartierung erfordern eine Nachkartierung.

SEBOTICS führt vor jedem Projekt einen Site-Survey durch, um diese Punkte zu prüfen und frühzeitig Risiken zu identifizieren — mehr dazu auf der Seite Roboter für Logistik und Intralogistik.

Mischflotten: wann mehrere Klassen sinnvoll sind

In größeren Betrieben deckt oft keine einzelne Roboterklasse alle Transportaufgaben ab. Ein Krankenhaus etwa hat gleichzeitig Bedarf für Medikamenten-/Kleinguttransporte (Tabletop) und Wäschelogistik (Wagentransport bis 200 kg). Eine koordinierte Mischflotte mit einheitlichem Fleet-Management ist technisch möglich und in der Praxis verbreitet.

Der Aufwand steigt allerdings: zwei Gerätetypen bedeuten zwei Wartungszyklen, zwei SLA-Strukturen und potenziell zwei Hersteller-Interfaces. Wer eine Mischflotte plant, sollte das in der Pilotphase berücksichtigen und die Systemintegration von Anfang an mitdenken.

Fazit: Auswahlpfad in drei Schritten

  1. Last definieren: Wie schwer ist die typische Einzellast — unter 20 kg, bis 200 kg oder bis 300 kg?
  2. Strecke und Umgebung prüfen: Einetagen- oder Mehretagenbetrieb? Publikumsbereich oder reiner Logistikbereich? Bodenqualität?
  3. Modell mit Site-Survey abgleichen: Erst nach einem konkreten Standortcheck lassen sich Modell und Konfiguration verbindlich festlegen.

Mehr zur Transportroboter-Übersicht und den verfügbaren Modellen finden Sie direkt auf sebotics.com/.


FAQ

Kann ein Transportroboter Treppen überwinden?
Nein. Autonome Transportroboter sind für ebene Flächen und sanfte Rampen ausgelegt. Mehretagen-Betrieb erfolgt über Aufzüge, die der Roboter autonom ansteuert und bedient — vorausgesetzt, eine technische Aufzugintegration ist vorhanden.

Wie lange dauert die Einrichtung eines Transportroboters?
Das hängt von der Größe und Komplexität der Umgebung ab. Nach dem Site-Survey und der Kartierung des Betriebs ist ein einfaches System in einigen Tagen einsatzbereit. Für komplexere Umgebungen mit Aufzugintegration oder Mischflotten rechnet man mit mehreren Wochen für die Einrichtungsphase.

Funktionieren Transportroboter auch bei Nacht oder ohne Personal?
Grundsätzlich ja — autonome Transportroboter können im mannlosen Betrieb fahren, sofern die Umgebung entsprechend gesichert ist. Viele Betriebe nutzen diese Möglichkeit für Nacht- oder Wochenendschichten, um Transportaufgaben vom Tagesbetrieb zu entkoppeln.

Was kostet ein Transportroboter?
Genaue Preise hängen von Modell, Konfiguration, Integrationsaufwand und gewähltem Beschaffungsmodell (Kauf, Leasing, RaaS) ab. SEBOTICS gibt Preise auf Anfrage nach einem Qualifizierungsgespräch an — eine pauschale Zahl ohne Kenntnis der konkreten Anforderungen wäre nicht belastbar.

Welcher Roboter eignet sich für den Wäschetransport im Hotel?
Der Juno Lift ist auf den autonomen Transport von Wagen ausgelegt und passt gut in Hotelumgebungen mit Wäschelogistik. Voraussetzung sind kompatible Wagen und ausreichend breite Flure sowie eine stabile WLAN-Infrastruktur.


Nächster Schritt: Bedarfsklärung mit SEBOTICS

Wenn Sie wissen wollen, welches Modell zu Ihrem Betrieb passt, beginnen wir mit einem kurzen Qualifizierungsgespräch. In 30 Minuten klären wir Last, Strecke, Umgebung und mögliche nächste Schritte.

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